Aufstehen für Würde

Im Grundgesetz heißt es in Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Für Aufstehen bedeutet Würde, dass jeder Mensch ein Leben ohne Gewalt, in freiheitlicher Selbstbestimmung und Selbstachtung sowie in sozialer Gerechtigkeit führen kann. Denn nur wer sozial abgesichert ist und sich nicht vor Gewalt, Arbeitslosigkeit oder Armut fürchten muss, kann wirklich freie Entscheidungen treffen. Und kann somit ein Leben in Würde führen. Es ist daher auch kein Wunder, dass in Staaten, in denen die Schere zwischen arm und reich nicht so weit auseinander geht, die Menschen glücklicher sind. Soziale Gerechtigkeit zu erkämpfen ist deshalb so ungemein wichtig.

Gesetze treten Würde mit Füßen

Viele Gesetze in unserem Land stehen einem Leben in Würde jedoch entgegen: die Unsicherheit, ob man seinen Job verliert. Oder dass sich viele nur von Befristung zu Befristung hangeln können. Die vielen Menschen, die hart arbeiten und dennoch viel zu wenig am Ende des Monats im Portemonnaie übrig haben. Das Hartz IV-System und seine Sanktionen. Die Art und Weise, wie wir in Deutschland alte und kranke Menschen behandeln. Auch dass wir jungen Menschen, weil wir viel zu wenig in gerechte Bildung investieren, ihre Zukunft verbauen, ist würdelos. Wo ist die soziale Gerechtigkeit oder die freiheitliche Selbstbestimmung?

Außenpolitik ohne Würde

Auch in der Außenpolitik missachteten die Bundesregierungen der letzten Jahre die Würde. Unsere Regierung genehmigt es, dass Waffen in alle Welt exportiert werden können. Zum Beispiel bis vor kurzem an Saudi-Arabien. Deutsche Waffen tragen zu viel Gewalt bei. Deutsche Soldaten sind auch an Kriegseinsätzen beteiligt. Und die Bundesregierung und die EU wollen zudem massiv aufrüsten – mehr Mordwerkzeug kaufen. Das ist ganz und gar nicht würdevoll.

Die von der EU und der deutschen Regierung vorangetriebene Freihandelspolitik gesteht den ärmeren Ländern keine eigenständige wirtschaftliche Entwicklung zu. Mit damit verbundenen (beruflichen) Perspektiven und Selbstbestimmung für die Menschen in ärmeren Staaten. Das ist nicht würdevoll.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – das heißt für uns, dass die deutsche Politik soziale Gerechtigkeit und Frieden in unserem Land und in anderen Ländern unterstützen sollte – und nicht Angst, Wut und Krieg und Hoffnungslosigkeit verbreiten darf.

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